{"id":2996,"date":"2021-02-28T17:25:45","date_gmt":"2021-02-28T15:25:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.sanktneff.de\/?p=2996"},"modified":"2021-03-19T15:52:52","modified_gmt":"2021-03-19T13:52:52","slug":"was-friseure-koennen-koennen-nur-friseure","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.sanktneff.de\/?p=2996","title":{"rendered":"Was Friseure k\u00f6nnen, k\u00f6nnen nur Friseure."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Zu Ehren eines ehrenwerten Berufsstandes, der Friseure n\u00e4mlich, die kein Internetz ersetzen kann und die morgen ihre Salons wieder \u00f6ffnen d\u00fcrfen, m\u00f6chte ich an einen Herrn erinnern, der in meinem Leben am Rhein eine kleine, aber nicht unwichtige Rolle spielte. In Wirklichkeit hie\u00df er etwas anders als in der folgenden Geschichte. Den fiktiven Namen habe ich mir bei meinem Lieblings-M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm ausgeliehen:<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Der Herr Korbes<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In der alten Zeit hatte ich einen Friseur, der hie\u00df Herr Korbes. Er ging seinem Handwerk in einem Salon nach, in dem Damen und Herren die Haare geschnitten und gemacht wurden. Bei der Arbeit trug er einen gest\u00e4rkten, wei\u00dfen, kurz\u00e4rmligen Kittel, in dessen linker Brusttasche sich ein Kamm und eine Schere befanden.<a href=\"http:\/\/blog.sanktneff.de\/?attachment_id=3009\" rel=\"attachment wp-att-3009\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3009\" src=\"http:\/\/blog.sanktneff.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/800px-DEK_Deutsche_Einheitskurzschrift_-_Verkehrsschrift_-_Frisoer.svg_-e1615386195301.png\" alt=\"\" width=\"482\" height=\"324\" srcset=\"http:\/\/blog.sanktneff.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/800px-DEK_Deutsche_Einheitskurzschrift_-_Verkehrsschrift_-_Frisoer.svg_-e1615386195301.png 482w, http:\/\/blog.sanktneff.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/800px-DEK_Deutsche_Einheitskurzschrift_-_Verkehrsschrift_-_Frisoer.svg_-e1615386195301-300x202.png 300w\" sizes=\"(max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wenn ich mich auf einen der Wartest\u00fchle setzte, gr\u00fc\u00dfte mich der Herr Korbes mit einem Nicken \u00fcber den Kopf des Kunden hinweg, um den er sich gerade k\u00fcmmerte. Sobald er fertig war, bat er mich zu seinem Arbeitsplatz.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Herr Korbes wu\u00dfte, was er zu tun hatte. Er tat es mit gro\u00dfer Sorgfalt, aber ohne viel Worte zu machen. Seine Miene war schwer zu deuten: stillvergn\u00fcgt oder vielleicht eine Spur mi\u00dfmutig?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Auf alles war Verla\u00df beim Herrn Korbes. Immer, immer wenn er ein gutes Weilchen gek\u00e4mmt und geschnitten hatte, sagte er mit dem Anflug eines L\u00e4chelns:<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">&#8222;So. Jetzt haben wir wieder ein bi\u00dfchen Luft auf dem Kopf, nicht wahr?&#8220;<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und ich best\u00e4tigte jedes Mal, jedes Mal pr\u00e4zise im selben Wortlaut:<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">&#8222;Genau.&#8220;<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Schlie\u00dflich schrieb der Herr Korbes eigenh\u00e4ndig die Rechnung. Der notierte Betrag war nicht zu hoch und nicht zu niedrig. Er entsprach exakt der erbrachten Leistung. Der Herr Korbes half mir wieder in die Jacke und verabschiedete mich.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">So ging das jahraus, jahrein. Der Herr Korbes trat dann k\u00fcrzer und arbeitete nurmehr donnerstags. Ich hielt ihm die Treue, bis ich eines traurigen Tages zum St\u00e4dtele hinaus mu\u00dfte. Einen wie ihn habe ich nicht wieder gefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Ehren eines ehrenwerten Berufsstandes, der Friseure n\u00e4mlich, die kein Internetz ersetzen kann und die morgen ihre Salons wieder \u00f6ffnen d\u00fcrfen, m\u00f6chte ich an einen Herrn erinnern, der in meinem Leben am Rhein eine kleine, aber nicht unwichtige Rolle spielte. In Wirklichkeit hie\u00df er etwas anders als in der folgenden Geschichte. 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