Wer – außer mir –

ist noch irritiert, wenn eigentlich erwachsene Menschen jenseits der 35 von ihren Eltern als „meine Mama“ oder „mein Papa“ reden?

Mir scheint das seit einiger Zeit in Mode zu sein. Und auch wenn ich selbst durchaus innig und liebevoll an meine Mutter und meinen Vater denke: Sie Freunden oder gar Fremden gegenüber als „meine Mama“ oder „mein Papa“ zu bezeichnen, käme mir nicht in den Sinn, weil merkwürdig, wenn nicht infantil vor.

Was mag der der Grund sein für diese neue Kindlichkeit? Was wollen die so Redenden sich oder ihrem Gegenüber signalisieren?

Fragen über Fragen. Während ich auf Antwort warte, freue ich mich an einem guten Song von „The Mamas & The Papas“ und finde es mehr als okay, daß sie nicht „The Mothers & The Fathers“ heißen – auch weil es ein Zuviel an Tiaitsch im Namen wäre.

P.S. Das Video ist sehr wohl verfügbar, wenn Ihr auf den weißen Button klickt. Lohnt sich, denn es hält einige witzige Details bereit, zum Beispiel die Banane, die die Sängerin Michelle Phillips während des kurzen Auftritts ißt. Überhaupt setzt die Band sehr kreativ so ziemlich alle Regeln des Playbacks außer Kraft.

P.P.S. Benannt hat sich die Band übrigens nicht nach ihren Mamas und Papas, sondern der Name ist laut Wikipedia angelehnt an eine Angewohnheit der „Hells Angels“, die ihre Freundinnen als „Mamas“ bezeichneten.

2 Gedanken zu „Wer – außer mir –“

  1. Finde das auch so befremdlich. Christiane Rösinger spottet in ihrem neuen Buch über Erwachsene, die zu Kindern werden, wenn sie Fremden gegenüber von ihrer Mama sprechen oder sich sogar dem Säuglingsalter nähern, indem sie pürierte Nahrung in Form von Smoothies konsumieren.

  2. Vielen Dank, liebe Claudia, dann habe ich ja mit Christiane Rösinger und Dir zwei sehr gewichtige Gewährsfrauen. Bei Wikipedia ist übrigens zu lesen, daß John Phillips von „The Mamas & the Papas“ seine musikalische Karriere gemeinsam mit Scott McKenzie bei einer Gruppe namens „The Smoothies“ begann. Hier schließt sich der lustige Kreis.

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