Alle Beiträge von Sankt Neff

Kurzer Brief an die KI

Neulich träumte ich, mir sei die Aufgabe gestellt worden, einen Brief an die KI zu schreiben. Was ich, im Traum, dann auch tat:

„Liebe KI,

wie wär´s, wenn ich uns ein Päckchen Zigaretten kaufe, wir gemeinsam eine rauchen und dann überlegen, wie es weitergehen könnte mit uns beiden, Dir und mir?“

Auch bei Tag und Licht betrachtet gefällt mir dieses Brieflein irgendwie. Fragt mich nicht warum.

Dialog im Badezimmer (2)

Samstagmorgens vor dem rituellen gemeinsamen Café-Besuch: Zuerst ist der Vater im Badezimmer, danach der Sohn. Der Vater kehrt kurz zurück, stellt sich mit Bürste neben den Sohn vor den Spiegel und sagt:

„Ich müsste nochmal kurz…“

Darauf der Sohn:

„Du hattest deine Zeit, alter Mann.“

Der lustige Rolf (2)

„Hier ist der Lustige.“

So meldete sich mein lieber Onkel Rolf gelegentlich am Telefon. Heute wäre der Lustige 70 Jahre alt geworden. Wenn er nicht unlustig gestorben wäre vor drei Jahren.

Rolf war ein Feingeist, der in mir die Freude an der Musik und an der Literatur geweckt hat. Mit viele Liebe zum Detail hat er meine erste Webseite gebaut und auch diesen Blog hier auf die Welt gebracht.

Jetzt fügt es sich merkwürdigerweise so, daß mein 700. Blog-Beitrag genau auf seinen 70. Geburtstag fällt.

Zur Erinnerung an den lustigen Rolf T. Esser hier einer der schönsten Sätze aus dem Werk von Eckhard Henscheid – auch er ein Autor, den mir mein lieber Onkel nahegebracht hat:

„Im Gehen suchte Hammer leis zu weinen. War aber noch zu früh.“

Kühe (11)

Wanderungen auf Madeira halten nicht nur malerischste Zementmischer als Belohnung bereit, sondern auch unverhoffte Begegnungen mit Kühen. Diese angebundene Hauskuh hier grast unterhalb eines Levada-Wanderwegs mit blumenreichem Blick auf den Atlantik:Im nebelreichen Lorbeerwald mischen sich ungezwungen Menschen und Kühe:Fast wie auf einer Fotografie von Wolfgang  Tillmans:Zur Erfrischung gehts zwischendurchurch ins Wasser:Die jüngeren unter den Tieren lassen es sich auch gefallen, von den jüngeren unter den Menschen gestreichelt zu werden:

Zementmischer (25)

Wer Zementmischer mag, wie ich, der wird Madeira lieben. Denn dieses besonders schöne Eiland, das,  wie die wenigsten wissen, zusammen mit den Azoren,  Kanaren und Kapverden zu Makaronesien  gehört, also den „Inseln der Glückseligkeit“, ist ein wahres Paradies für Freundinnen und Freunde der pittoresken Kleinbaustelle.

Hier gleich zwei dekorativ angejahrte Zementmischer zu Füßen meiner Lieblings-Wandergruppe:Hier hat Frau A. einen dokumentiert, in dessen Hintergrund sogar ein kleines Stück Atlantik zu sehen ist:

Diese niedliche Baustelle im Tropengarten von Monte ist vermutlich einer der idyllischsten Arbeitsplätze weltweit:

Auch an einem verpackten Zementmischer wanderten wir vorbei:

Zementmischer nebst ansehnlicher Tonne, abermals von  Frau A. festgehalten:Manche Zementmischer wollen nur von weitem fotografiert werden:

Den hier samt interessanter Säule und portugiesischer Flagge hat Tochter Elisabeth entdeckt: Keine schlechte Ausbeute, oder?

Und das waren längst nicht alle, die wir sahen.

Nur die schönsten.

Liegen lernen (12)

„Hirtenknabe“ heißt dieses Gemälde von Franz von Lenbach und ist eines meiner allerliebsten.

Weil er so anmutig daliegt auf der gekrümmten Erdoberfläche, so komplett gechillt mitten im Gewimmel der Schöpfung, zwischen Gräsern, Blüten und allerlei Tierchen.

Weil dieses Bild deshalb für mich das Inbild der Ruhe ist,  der Faulenzerei, des süßen Nichtstuns.

Möge der Hirtenknabe  Euch und mir ein Vorbild sein für möglichst lenzig-lauschige Sommertage. Schöne Ferien!

Großes Glück

hat man, wenn in Bad Belzig mal wieder der Storch zuhause ist:

Ein paar Sekunden später flog er schon weiter: vermutlich, um für die Jungen im Nest neue Nahrung ranzuschaffen. Bestimmt nicht so leicht bei Trockenheit und Hitze.

Hitze hoch drei

Früh schwitzend erwacht.

Tagsüber kühlt kein Lüftchen.

Schwitzbold auch nachts noch.

*

Heißer Tag

 

Ich in Unterhose sitz,

schwitz hier vor mich hin,

lieg und dös und sitz und schwitz

– heute mehr nicht drin.

 

Heute wär nur dann mehr drin,

wenn ich wär am Meer.

Weder am noch im ich bin.

Hitze hier ist sehr.

 

Sehrend ist die Hitze hier

und kein Meer in Sicht.

Zwar kein Meer, doch kühles Bier

– Kühlschrank auf: Und Licht!

 

Kühle Flasche, erster Schluck,

sei gebenedeit,

heiligheilig und gluckgluck,

alles fließt, all right.

 

Nehme neue Flasche Bier,

trinke, trinke, leer.

Habe bald ein Meer in mir,

brauch kein andres mehr.

*

Verschwitzt aus der Bahn,

Dumpfhirn sucht Heil im Kühlen:

Kopfüber ins Bier.