Zum heutigen Jubiläum – hier kommt der 400. Eintrag! – schenke ich Euch eines meiner liebsten Zitate. Es stammt von Lou Reed und lautet:
„Das Leben ist ein Sanskrit-Text, den man einem Pony vorliest.“
Ja, zum Beispiel.
Was das Leben noch alles ist, sein kann oder sein könnte, lest Ihr bei Bedarf bitte hier, in einem Gedicht, das ich vor zehn Jahren schrob:
Das Leben ist ein Omnibus.
Der Bus fährt nur im Kreis.
Du fragst dich ständig „Wann ist Schluß?“
und oft „Was soll der Scheiß?“
Das Leben ist ein Campingzelt,
die Heringe nicht gut,
weswegen auch das Zelt nicht hält,
was es versprechen tut.
Das Leben ist ein Freudenhaus,
ein gutbesuchter Puff.
Man gibt viel Geld für Liebe aus
und macht am Ende „Uff!“.
Das Leben ist ein Folterknecht,
der keine Gnade kennt.
Der Folterknecht ist stets im Recht
und Schmerz sein Element.
Das Leben ist ein Überfall,
ein hundsgemeiner Trick.
Dagegen hilft ein großer Knall,
ein Auspuff oder Strick.
Das Leben ist ein Hirngespinst,
ist Halluzination.
Wir taumeln durch die Nacht. Gott grinst.
Das war es dann auch schon.
Das Leben ist ein Haderlap,
ein dickes, doofes Ding.
Das Leid ist groß, die Zeit ist knapp,
das Honorar gering.
Das Leben ist ein Tintenfaß
und ganz schön schnell ganz leer.
Das Schreiben macht mir trotzdem Spaß.
– Im Grunde ist es fair.
Das Leben ist – ja was denn nun?
Die Antwort ist: Es ist.
Die Blumen blühn. Die Kühe muhn.
Ich bin. Wir sind. Du bist.