Daß Sankt Neff unter anderem der Schutzheilige aller zur Albernheit aufgelegter Menschlein ist und deshalb gut und gerne auch
Sankt Albern
heißen könnte, davon war hier früher schon die Rede. Und daran mußte ich vorgestern wieder denken, als ich mit Frau A. zu einer Motette in der Leipziger Thomaskirche weilte. 
Während wir nämlich dort saßen und teils mit geschlossenen Augen dem wirklich virtuosen Orgelspiel des Thomasorganisten Johannes Lang und den wirklich inspirierenden Ausführungen des Pfarrers Prof. Dr. Dr. Andreas Schüle lauschten, dachte es in mir, daß es wirklich blöd wäre,
mitten in der Motette müssen zu müssen.
Tatsächlich mußte ich gar nicht, ertappte mich aber dabei, wie ich inmitten des erhabenen Ganzen diesem einerseits klangschönen, andererseits albernen Satz nachhing. Fühlte mich fast wieder wie ein Meßdiener, der der Ernsthaftigkeit seiner Aufgabe nicht gewachsen ist und stattdessen klammheimlich die kleine Albernheit weiter zu verbessern versucht, in dem er sie zunächst zu
„mitten in der Mette müssen zu müssen“
frisiert, dann zu
„mitten in der Messe müssen zu müssen“.
Ganz schwer zu sagen, welche der drei Varianten die beste, also albernste ist. Entscheidet selbst. Und falls Ihr nicht (mehr) wißt, was eine Motette ist, schlagt nach. Auch das sehr interessant.