Und auch nochmal von hinten, dieses Prachtexemplar von einem pittoresken Zementmischer, fotografiert an einem Prachtexemplar von sommerlichem Frühlingstag, prädestiniert dafür, der Feiertag zu sein für die Hochzeit eines Prachtexemplars von funky Brautpaar, dessen Prächtigkeit schon daran zu erkennen war, das es eben dieses Prachtexemplar von einem pittoresken Zementmischer zur Begrüßung gleich am Eingang des Festgeländes postierte – somewhere in, ich sag es gerne noch einmal: Witterschlick.
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Kuckuck
„Der Kuckuck ruft Kuckuck im Wald wie gewohnt.“
Diesen großen Satz sang einst der große Nils Koppruch. Ich mußte an ihn denken, weil auch bei uns auf dem Land der Kuckuck zur Zeit unablässig, ja eigentlich penetrant Kuckuck ruft.
Trotzdem nervt er mich nicht. Wer weiß warum?
Papiertiger
Neulich in Kreuzberg (10)
Ich lief auf dem Gleisdreieck vorbei an Vater und kleinem, aber schon sprechfähigem Kind, konnte allerdings auf die Schnelle und auch nicht an der Stimme erkennen, ob Mädchen oder Junge. Das Kind jedenfalls sagte:
„Ich will heute Hühner essen.“
Der Vater, ganz aktiver Zuhörer, fragte nach:
„Du willst heute Hühner essen?“
Das Kind bestätigte:
„Ja. Tote Hühner.“
Schon fast außer Hörweite freute ich mich, diese Präzisierung noch mitgehört haben zu dürfen.
Dialog im Kinderzimmer
Schulfrei. Die Tochter liegt auch am späten Vormittag noch im Bett. Der Vater betritt mehrfach das Kinderzimmer, um dort frische Wäsche abzulegen und das Kind durch beiläufige Ansprache zum allmählichen Aufstehen zu animieren. Versuche, die die Tochter mit einem barschen Satz aus dem Halbschlaf beendet:
„Papa, ich möchte kurz diesen Traum beenden, aber du kommst die
ganze Zeit rein.“
Lektionen (2)
„Wenn du dir ein Tier anschaffst, musst du wissen, dass dein Herz bricht, wenn es stirbt.“
(Elke Heidenreich, Was ich gern früher gewusst hätte)
*
Siesta
Sofa steht bereit, ich leg mich hin.
Der Kater streckt sich zwischen meinen Beinen.
Ein Mittagsschlaf wird uns gleich glücklich einen.
Selten hatte Leben so viel Sinn.
Lesung mit Hund
So sah es aus, heute vor einer Woche, Sonntag nachmittags im K-Salon, als Jörg Magenau und ich abwechselnd vorlasen und Elke Horner, auf die hier fast alle Augen gerichtet sind, auf dem Glockenspiel musizierte.
Ganz woanders hin schaute nur Jörgs Hund Siggi – wie es sich für den Hund eines Literaturkritikers gehört benannt nach Siegfried Lenz -, trottete ein wenig durch den Raum, bellte auch mal – und dachte sich ansonsten sein Teil über das, was wir da darboten. Was genau er dachte? Wir werden es nie erfahren.
Alter Rechner
Der Akku schon alle, noch ehe alle Programme hochgefahren sind.
P.S. Dieser Blog-Eintrag wurde geschrieben: auf einem alten Rechner.
Ohne mich
Da bist du – nur zum Beispiel – für ein paar Tage in Wien, während dieser Tage komplett eins mit der Stadt, jeden Abend ein Bier in der Hand an der Theke des Café Anzengruber, und reist wieder ab.
Daß dann dort das Leben auch ohne dich weiter geht –
geht eigentlich nicht.
Was werden?
„Mensch, werde wesentlich.“ (Angelus Silesius)
*
„Ich wollte was werden/Das ist nichts geworden/Das lag zum Teil an der Realität.“ (Funny van Dannen)
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„Warum noch gleich sind wir hier auf Erden?/Der Sinn des Lebens ist, Mensch zu werden.“ (Sankt Neff)
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„Wer nichts wird, wird Wirt.“ (Volksmund)

