Joschka Fischer hatte sicher nicht die Absicht, mich zu erheitern, als er vor einigen Wochen dem Magazin der ´Süddeutschen Zeitung´ diesen einen Satz sagte, der es dann auch auf die Titelseite schaffte:
Ende November also sah ich dieses Titelbild und mußte sehr lachen über die Kombination aus weltmännisch seherischem Antlitz und bedeutungshuberischem Ich-Gequatsche. Es resonierte auch mit dem, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Berlin so über den von sich selbst Berauschten zu vernehmen war: Joschka Fischer sitzt in großer Runde beim Italiener, nur einer redet den ganzen Abend, die anderen müssen zuhören. Joschka Fischer sitzt beim Chinesen und beginnt seine Ergüsse vorzugsweise mit „In meiner Zeit als deutscher Außenminister“.
Der Adenauer-Satz hat seither in meinem kleinen Kreis Karriere gemacht. Immer wenn es um Wichtigtuerei geht, uns Selbstüberhöhung begegnet, muß nur jemand sagen:
„Je älter ich werde, desto wichtiger wird Adenauer für mich.“
Und schon ist die Luft raus aus dem aufgeblasenen Geseier. Probiert es gerne mal aus. Auch möglich in folgenden Variationen:
„Je älter ich werde, desto wichtiger wird
Plutarch/
Descartes/
De Gaulle/
Brigitte Bardot
für mich.“