Und noch ein Schriftsteller-Ritual aus dem gerade erwähnten Buch:
Herman Melville, der Schöpfer von „Moby-Dick“ und „Bartleby“, lebte mit seiner Familie auf einer Farm in Arrowhead im westlichen Massachusetts. Er saß täglich sechs bis acht Stunden am Schreibtisch. Als Abwechslung willkommen war ihm die Arbeit auf dem Feld und in der Scheune:
„Ich stehe um acht auf – ungefähr – & gehe in die Scheune – begrüße das Pferd & füttere es. Dann besuche ich die Kuh – schneide ihr ein, zwei Kürbisse klein & schaue ihr beim Essen zu – denn es ist angenehm, den Kiefern einer Kuh beim Mahlen zuzusehen – so sanft und unantastbar.“
Bei Georg Büchner las ich mal den leichtfüßig verliebten Satz
„Ich seh dich so gern sprechen.“
Und in Anlehnung daran höre ich hier Herman Melville zur Kuh sagen:
„Ich seh dich so gern fressen.“