Wanderungen auf Madeira halten nicht nur malerischste Zementmischer als Belohnung bereit, sondern auch unverhoffte Begegnungen mit Kühen. Diese angebundene Hauskuh hier grast unterhalb eines Levada-Wanderwegs mit blumenreichem Blick auf den Atlantik:
Im nebelreichen Lorbeerwald mischen sich ungezwungen Menschen und Kühe:
Fast wie auf einer Fotografie von Wolfgang Tillmans:
Zur Erfrischung gehts zwischendurchurch ins Wasser:
Die jüngeren unter den Tieren lassen es sich auch gefallen, von den jüngeren unter den Menschen gestreichelt zu werden:
Zementmischer (25)
Wer Zementmischer mag, wie ich, der wird Madeira lieben. Denn dieses besonders schöne Eiland, das, wie die wenigsten wissen, zusammen mit den Azoren, Kanaren und Kapverden zu Makaronesien gehört, also den „Inseln der Glückseligkeit“, ist ein wahres Paradies für Freundinnen und Freunde der pittoresken Kleinbaustelle.
Hier gleich zwei dekorativ angejahrte Zementmischer zu Füßen meiner Lieblings-Wandergruppe:
Hier hat Frau A. einen dokumentiert, in dessen Hintergrund sogar ein kleines Stück Atlantik zu sehen ist:
Diese niedliche Baustelle im Tropengarten von Monte ist vermutlich einer der idyllischsten Arbeitsplätze weltweit:
Auch an einem verpackten Zementmischer wanderten wir vorbei:
Zementmischer nebst ansehnlicher Tonne, abermals von Frau A. festgehalten:
Manche Zementmischer wollen nur von weitem fotografiert werden:
Den hier samt interessanter Säule und portugiesischer Flagge hat Tochter Elisabeth entdeckt:
Keine schlechte Ausbeute, oder?
Und das waren längst nicht alle, die wir sahen.
Nur die schönsten.
Liegen lernen (12)
„Hirtenknabe“ heißt dieses Gemälde von Franz von Lenbach und ist eines meiner allerliebsten.
Weil er so anmutig daliegt auf der gekrümmten Erdoberfläche, so komplett gechillt mitten im Gewimmel der Schöpfung, zwischen Gräsern, Blüten und allerlei Tierchen.
Weil dieses Bild deshalb für mich das Inbild der Ruhe ist, der Faulenzerei, des süßen Nichtstuns.
Möge der Hirtenknabe Euch und mir ein Vorbild sein für möglichst lenzig-lauschige Sommertage. Schöne Ferien!
Großes Glück
Hitze hoch drei
Früh schwitzend erwacht.
Tagsüber kühlt kein Lüftchen.
Schwitzbold auch nachts noch.
*
Heißer Tag
Ich in Unterhose sitz,
schwitz hier vor mich hin,
lieg und dös und sitz und schwitz
– heute mehr nicht drin.
Heute wär nur dann mehr drin,
wenn ich wär am Meer.
Weder am noch im ich bin.
Hitze hier ist sehr.
Sehrend ist die Hitze hier
und kein Meer in Sicht.
Zwar kein Meer, doch kühles Bier
– Kühlschrank auf: Und Licht!
Kühle Flasche, erster Schluck,
sei gebenedeit,
heiligheilig und gluckgluck,
alles fließt, all right.
Nehme neue Flasche Bier,
trinke, trinke, leer.
Habe bald ein Meer in mir,
brauch kein andres mehr.
*
Verschwitzt aus der Bahn,
Dumpfhirn sucht Heil im Kühlen:
Kopfüber ins Bier.
Dialog zur WM
Vater: Warum so in Eile?
Tochter: Gleich beginnt das Spiel.
Vater: Welches Spiel?
Tochter: Usbekistan gegen Portugal.
Wer – außer mir –
ist noch irritiert, wenn eigentlich erwachsene Menschen jenseits der 35 von ihren Eltern als „meine Mama“ oder „mein Papa“ reden?
Mir scheint das seit einiger Zeit in Mode zu sein. Und auch wenn ich selbst durchaus innig und liebevoll an meine Mutter und meinen Vater denke: Sie Freunden oder gar Fremden gegenüber als „meine Mama“ oder „mein Papa“ zu bezeichnen, käme mir nicht in den Sinn, weil merkwürdig, wenn nicht infantil vor.
Was mag der der Grund sein für diese neue Kindlichkeit? Was wollen die so Redenden sich oder ihrem Gegenüber signalisieren?
Fragen über Fragen. Während ich auf Antwort warte, freue ich mich an einem guten Song von „The Mamas & The Papas“ und finde es mehr als okay, daß sie nicht „The Mothers & The Fathers“ heißen – auch weil es ein Zuviel an Tiaitsch im Namen wäre.
P.S. Das Video ist sehr wohl verfügbar, wenn Ihr auf den weißen Button klickt. Lohnt sich, denn es hält einige witzige Details bereit, zum Beispiel die Banane, die die Sängerin Michelle Phillips während des kurzen Auftritts ißt. Überhaupt setzt die Band sehr kreativ so ziemlich alle Regeln des Playbacks außer Kraft.
P.P.S. Benannt hat sich die Band übrigens nicht nach ihren Mamas und Papas, sondern der Name ist laut Wikipedia angelehnt an eine Angewohnheit der „Hells Angels“, die ihre Freundinnen als „Mamas“ bezeichneten.
Hier nicht
Es scheint, als seien zur Zeit viele, wenn nicht alle in Wien. Jetzt auch Petra und Martin, die mir aus der Myrthengasse ein feines Fundstück funkten:
Der geniale Mann konnte vieles gleichzeitig, aber eben nicht überall gleichzeitig sein. Gut zu wissen, daß er an diesem speziellen Tag an diesem speziellen Ort NICHT war.
Berufswunsch (2)
Irgendwas mit Geld.
Ohne mich
Wenn ich mal wieder in Wien war
für ein paar Tage,
und wenn ich dann aus Wien wieder wegfahr
nach ein paar Tagen,
denke ich:
Daß das Leben hier,
am Tresen des Café Anzengruber,
auf dem Klappsitz vor der Buchhandlung phil,
daß das schöne Leben
hier und jetzt
ohne mich weitergeht –
– geht eigentlich nicht.
Andererseits,
denke ich:
Daß sie es hinkriegen hier,
vorher und nachher,
daß sie es möglicherweise, wenn nicht gar vermutlich,
kaum, wenn nicht gar gar nicht bemerken,
die anderen,
daß ich noch nicht hier bin oder nicht mehr,
meine Abwesenheit vorher und nachher,
kurzum:
Daß es im Notfall auch ohne mich geht –
– irgendwie und eigentlich tröstlich.
