Der heitere Heilige Ringo Starr gehört zu jenen Wesen, die eine Werbung für die Menschheit sind. Klingt vielleicht etwas übertrieben, aber ich schreibe es trotzdem: ein wahrhaft Erleuchteter.
Einen weiteren Nachweis für seine Heiligkeit lieferte Ringos Besuch kürzlich bei Jimmy Kimmel. Schon wenn er das Studio betritt und auf die Kamera zuläuft, ewiger Schelm der er ist, geht mir das Herz auf. Abgesehen davon erzählt er, wie er jüngst ein Konzert von Paul McCartney besucht hat: Ein 85jähriger feiert den Auftritt eines 83jährigen, mit dem er ein Leben lang innig verbunden ist. Sehr viel bewegender und erhebender geht es nicht.
Aufschlußreich auch die Episode, die Ringo über die Entstehung des heute ikonischen „Abbey Road“-Covers erzählt. Alle möglichen hochtrabenden Ideen kursierten: Fotosession in Rom oder vor den Pyramiden. Die Beatles aber entschieden sich für das naheliegend Gute: Kommt, laßt uns doch einfach hier vorm Studio über die Straße gehen.
Daß Ringo und Paul jetzt nach all den Jahren noch einmal gemeinsam einen Song aufgenommen haben, das rührt nicht nur mich, sondern schönerweise auch den 21jährigen Sohnemann. So hebt die Musik in der besten aller Welten die Schwerkraft auf – und die Zeit: