Bußundbettagsbescherung

„Pfingsten

 Sind die Geschenke am geringsten. 

Während Geburtstag, Ostern und Weihnachten

Etwas einbrachten.“

Schrieb Bertolt Brecht.

Hat er denn recht?

Sind nicht zum Beispiel am  Buß- und Bettag die Geschenke mindestens genauso gering. Eigentlich ja.  Aber.

Vor einigen Jahren begab es sich im Oktober, daß Frau A. mir gegenüber einen kleinen Wunsch äußerte.  Verbindlich wie ich bin, griff ich ihn auf und sagte:

„Das kann ich dir doch schön zu Weihnachten schenken.“

Die Frau aber reagierte empört:

„Zu Weihnachten? Dafür ist das viel zu klein! Zu Buß- und Bettag kannste mir das schenken.“

Und das tat ich dann auch. Einige Wochen später hatte die Frau ihre Ansage natürlich vergessen und wunderte sich entsprechend über das Geschenk, das liebevoll verpackt am Morgen des Buß- und Bettages für sie auf dem Küchentisch lag.

So hielt ich es auch in den Folgejahren und jedes Mal gelang mir im  November ein kleiner Überraschungscoup.

Jetzt aber. Vor einigen Wochen sagte Frau A. zu mir:

„Ich freu mich schon auf dein Geschenk zu Buß- und Bettag.“

Aus einem Witz wurde ein Ritual. Und deshalb hat die liebe Frau auch heute wieder ein liebevoll kuratiertes Geschenk auf dem Küchentisch ZU LIEGEN GEHABT, wie die Berlinerin sagt.

„Alles erdenklich Gute zum Buß- und Bettag!“

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