Alle Beiträge von Sankt Neff

Zementmischer (27)

Kaum hatte ich den Zementmischer von Beatrix aus dem Berner Oberland gepostet, schickte mir Neffe Jakob einen aus dem Siebengebirge:

Was wir hier nicht sehen können, aber wissen müssen, ergänzt Jakob: Der Zementmischer stehe auf dem Drachenfels „ganz oben“:

„Der hat ne tolle Aussicht hier.“

Die gönnen wir ihm. Und die denken wir uns mit.

Zementmischer (26)

Der Zementmischer in seinem bestäubten Rot ist an sich schon sehr ansehnlich. Aber selten habe ich einen so spektakulären Hintergrund gesehen wie diesen hier, den Freundin Beatrix im Berner Oberland dokumentiert hat:

Stolz präsentieren die Alpen von links nach rechts:

Eiger, Mönch und Jungfrau.

Muh!

Unterwegs auf dem Land, in Bad Belzig und Umgebung, spazierend, laufend oder radelnd, grüße ich oft Menschen, die ich nicht kenne.  Einfach deshalb, weil es mir seltsam und unhöflich erschiene, auf Wald- oder Feldwegen stumm, stur und grußlos an ihnen vorbeizulaufen.

In der Stadt verhält es sich anders. Hier wäre es im Gegenteil befremdlich bis besorgniserregend und vor allem sehr anstrengend, wenn ich auch jede fremde Person, die mir auf dem Bürgersteig oder Radweg begegnet, mit einem freundlichen Gruß bedenken würde. Im Kiez ist man ja zumeist schon mit dem Grüßen und Beplauschen von Nachbarn, Bekannten und Freunden einigermaßen ausgelastet.

Viele, die meisten, der von mir auf dem Land Gegrüßten grüßen freundlich zurück.  Manche Menschen aber haben sich offenbar entschieden, andere grundsätzlich nicht zu grüßen, sie ignorieren mich. Und dann gibt es jene, die überfordert wirken, wenn sie von Fremden gegrüßt werden, sie wissen nicht, wie zu reagieren, was nun zu tun ist –  und schauen mich hilflos an.

Daran musste ich denken, als ich jetzt Eva Menasses neuen Roman „Alleinruhelage“ las, der auch in Brandenburg spielt. Darin erzählt sie von Nachbarn, die nie zurückgrüßen:

„In meiner Kindheit hatte meine Mutter in solchen Fällen, wenn ihr Gruß nicht erwidert wurde, laut Muh gesagt, was ich bewunderte, selbst aber nicht brachte.“ (S. 44)

Nichtzurückgrüßende anzumuhen – das finde ich eine kreative, komische Form der Notwehr.

Kühe sind ja tatsächlich sehr stur, was das Grüßen betrifft. Diese Sturheit habe ich in dem Gedicht „Du mußt an den Frühling glauben“ auch schonmal beklagt:

Frühling, Lüfte, Düfte. Kühe

grüßen dich auch heute nicht.

Wäre viel zu viel der Mühe,

muhen nicht für ein Gedicht.

Und im richtigen Leben werde ich sowohl die nächste Kuh, die nicht zurückgrüßt, als auch die nächsten sturstummen Wald- und Wiesenpassanten mit einem lauten und deutlichen „Muh!“ zur Ordnung und Höflichkeit gegenüber Menschen rufen, die es gut mit ihnen meinen.

Lektionen (14)

„Mach so viele Nickerchen wie möglich.“

(Vincenzo Latronico, Was ich gern früher gewusst hätte)

*

Sonett vom Mittagsschlaf

 

Ist Mittagszeit und dazu muß man wissen:

Der Mittagssschlaf ist sowas von gesund.

So tun es täglich Wissenschaftler kund.

Dort steht das Sofa, auf ihm liegt ein Kissen.

 

Ich bette sanft mein Köpfchen auf das Kissen

und lese noch, doch komme ich nicht weit.

Denn dazu bin ich auch nicht mehr bereit.

Ich will jetzt von der Welt mal kurz nichts wissen.

 

Betonung liegt auf kurz: ein Viertelstündchen,

viel länger wäre wirklich nicht sehr klug.

Ein Viertelstündchen ist doch wohl genug.

 

Mir reicht ein kurzes, schlummervolles Ründchen.

Und wenns doch länger geht, dann sei es drum.

Ich bin sehr müde: summ summ summ summ summ.

Kurzer Brief an die KI

Neulich träumte ich, mir sei die Aufgabe gestellt worden, einen Brief an die KI zu schreiben. Was ich, im Traum, dann auch tat:

„Liebe KI,

wie wär´s, wenn ich uns ein Päckchen Zigaretten kaufe, wir gemeinsam eine rauchen und dann überlegen, wie es weitergehen könnte mit uns beiden, Dir und mir?“

Auch bei Tag und Licht betrachtet gefällt mir dieses Brieflein irgendwie. Fragt mich nicht warum.